MIDAS in Straßburg – Zeitungen der Minderheiten stark unter Druck



MIDAS Präsident Toni Ebner und MIDAS-Generalsekretär Günther Rautz im Europäischen Parlament

Es waren eindringliche Worte, die der Präsident des Zusammenschlusses der Tageszeitungen der europäischen Minderheiten – MIDAS – Toni Ebner im Europäischen Parlament während einer Sitzung der Intergruppe für nationale Minderheiten wählte, um die Situation der Printmedien der europäischen Minderheiten darzustellen. „Wir haben derzeit einige Beispiele dafür, das Minderheitenzeitungen massiv unter Druck geraten sind“, so Ebner und verwies dabei zum einen auf die generelle, schwierige Entwicklung der Medienlandschaft aber auch auf den politischen Druck unter dem viele Tageszeitungen der Minderheiten in Europa zu leiden haben, so der Präsident, der auch Chefredakteur der Südtiroler „Dolomiten“ ist.


Professor Stefan Oeter, Vorsitzender des unabhängigen Expertenkomitees für die Europäische Charter der Regional- oder Minderheitensprachen, zog in seinem Beitrag Bilanz über zwei Jahrzehnte der Arbeit mit der Charta und den europäischen Vertragsstaaten. Nach anfänglicher Skepsis – auch von ihm selbst geäußert – habe sich die Sprachencharta durch ihre konkrete Anwendung zu einem durchaus wirksamen Instrument im Bereich der Regional- und Minderheitensprachen entwickelt. „Wir stehen nun in einigen Ländern im vierten Berichtszyklus und haben in den vergangenen 20 Jahren viele Erfahrungen gesammelt“, so Prof. Oeter, der gleichzeitig kritisch auf die Diskrepanz in vielen Ländern zwischen der eingegangenen gesetzlichen Verpflichtungen einerseits und der Umsetzung in die Praxis andererseits, verwies.

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