Der Westbalkan bleibt weiter die Konfliktzone Europas



Die Finanzkrise hat Europa fest im Griff und überlagert derzeit jegliche Diskussion. Es gibt jedoch auch andere Probleme, die in Europa weiterhin erhebliches Konfliktpotential in sich bergen.

Ein wesentliches Spannungsfeld in Europa bleibt der Westbalkan. Wenngleich seit den Gräueltaten, die mit dem Namen Srebrenica in die Geschichte übergegangen sind, bereits ein Jahrzehnt vergangen sind.

Die unterschiedlichen und zumeist sehr komplexen Konfliktlinien auf dem Balkan flammen immer wieder aufs neue auf – schaffen es dabei jedoch zumeist erst dann in das Bewusstsein der Bevölkerung, Medien und Politik, wenn diese mit gewaltsamen Auseinandersetzungen verbunden sind.

Die Unabhängigkeit des Kosovo, die Ausschreitungen im Rahmen der Grenzkontrollen im Norden des Landes um die Stadt Mitrovica, die angespannte Lage und ungewisse Zukunft der Konföderation Bosnien und Herzegowina, die organisierte Kriminalität, die Roma-Frage, die nicht beendeten Verhandlungen über die Rückkehr der noch immer in Behelfsunterkünfte lebenden Kriegsflüchtlingen etc.

Es gibt aber durchaus auch Erfolgsgeschichte zu erzählen. Die bevorstehende Aufnahme Kroatiens in die Europäische Union, die Wiederaufnahme der direkten Verhandlungen zwischen Serbien und Kosovo, der mögliche Kandidatenstatus Serbiens für eine EU-Mitgliedschaft, die Verhaftung der Kriegsverbrecher Radko Mladic und Goran Hadžić.

Die militärische Intervention in Libyen durch die NATO wurde (nicht zuletzt durch die USA) mit den Erfahrungen aus den Balkankriegen begründet. Die Weltgemeinschaft könne nicht wie in Bosnien zuschauen, wie Massaker begangen werden, ohne schnell und resolut einzugreifen.

Die Gemengelage der verschiedensten Probleme auf dem Balkan ist unübersichtlich.  Immer wieder spielen jedoch die Frage der Minderheiten und verschiedenen Nationalitäten eine zentrale Rolle.

Vor einer Woche hat sich das Abgeordnetenhaus der Vereinigten Staaten, genauer gesagt das „Sub-Commitee on Europe and Eurasia“ mit der Situation der West-Balkanstaaten befasst und eine Anhörung durchgeführt.  

Wer das besondere Engagement der Vereinigten Staaten nachvollziehen möchte, sollte das Buch „To end a war“ von dem mittlerweile verstorbenen Richard C. Holbrooke lesen – der in den 90ger Jahren der Chefunterhändler der USA auf dem Balkan war.

In den kommenden Tagen werde ich in meinem Blog die Situation in den Staaten des Balkans etwas genauer unter die Lupe nehmen.

- Kroatien
- Mazedonien
- Montenegro
- Serbien
- Kosovo
- Bosnien und Herzegowina



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