Deutsche TV- und Radiosender abgeschaltet



Wir befinden uns mitten in einer Revolution: Die viel beschworene Revolution unserer Kommunikationsformen und Mediengewohnheiten. Facebook, Twitter, Youtube, Foursquare, Blogs u.v.a. verändern derzeit die Medienlandschaft und die Kommunikationsformen dramatisch. Die Vertreter der „alten Medien“  wie Zeitungen, TV-Sender, Radio beobachten dies mit wachsender Sorge.

Das Fernsehen spielt dabei jedoch (noch) eine wichtige, ja dominante Rolle. Ein großer Teil der Bevölkerung holt sich die tägliche Dosis Unterhaltung  und Information im TV oder im Radio.

Wer in Dänemark mehr wissen will über Deutschland, über Schleswig-Holstein greift häufig zur Fernbedienung oder schaltet das Radio an. 

Wer Kunde des Marktführers bei der Verbreitung der TV- und Radiosender ist – also beim Unternehmen „YouSee „ – der blickt seit heute in die Röhre bzw. hört nichts mehr.

In Nordschleswig wurde der NDR – der Regionalsender des Nachbarn - aus dem Programm gestrichen. Selbiges gilt landesweit für das ZDF, das aus dem Programmsegment gestrichen wurde. Auch beim Radio wird man stumm: NDR 2 fliegt aus dem Angebot.

YouSee ist der ganz Große in der Verbreitung der TV- und Radio-Sender in Dänemark: rund die Hälfte aller Dänen erhalten ihre TV -und Radio-Sender über YouSee.

Der Staat hat die Verbreitung der TV und Radioangebote an den privaten Anbieter abgegeben und hat nun keinen Einfluss auf die Entscheidungsfindung. Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit der Überlegung, dass der Kunde halt lieber die vielen neuen dänischen DAB-Programme sehen bzw. hören wolle, als deutsches Fernsehen und Radio.

Dieses unflexible System verfrachtet die Entscheidung, was ein jeder Nutzer zu hören und sehen hat, teilweise an ein privates Unternehmen. Mit Blick auf die oben erwähnte Kommunikations- und Medienrevolution klingt das nach tiefstem Mittelalter.

Die freie Wahl und die Ausnutzung der Möglichkeiten und just nicht die Beschränkung sind die Grundpfeiler der neuen Medien-Entwicklung.

Damit wird sich die Umstellung des Kommunikationsverhaltens, weg von den „alten Medien“ zu denen auch die TV-Sender und damit die Vertriebsorganisationen wie YouSee zählen, weiter beschleunigen.

Ärgerlich ist dabei nur, dass für die vielen „User“, die ihre Informationen über TV und Radio empfangen, es nun weniger deutsche Programme und Möglichkeiten gibt.



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