„Wir sind stolz auf euch“ – Musikvereinigung überzeugt im Dom zu Kopenhagen


BDN-Kulturausschussvorsitzende Marion Petersen begrüßt die rund 600 Gäste

Der 20. November 2011 wird den Nordschleswigern noch lange im Gedächtnis bleiben, die mit nach Kopenhagen gereist waren, um dem Konzert der Musikvereinigung in der „Vor Frue Kirke“ beizuwohnen. Die deutschen Nordschleswiger waren nicht alleine gekommen. Rund 600 Gäste füllten das wunderschöne, klassizistische Kirchengebäude bis auf den letzten Platz. Viele Kopenhagener waren somit der Einladung des Bundes Deutscher Nordschleswiger gefolgt!

Der Chor unter der Leitung von Peter von der Osten wurde komplettiert durch die Solisten Stine Elbbæk, Sopran, Trine Bastrup Møller, Alt, David Danholt, Tenor und Jeppe Friis, Bas, sowie durch das Konzertorchester der Musikvereinigung, bestehend aus Musiker des Landesorchesters Schleswig-Holstein. 

Das Werk "Stabat Mater", des ehemaligen Schülers der deutschen Schulen Hadersleben und des Deutschen Gymnasiums in Apenrade, Martin Lutz, wurde uraufgeführt.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Der Chor der deutschen Minderheit führt in der Kirche, in der sonst die Königlichen getauft werden und heiraten ein Stück auf, das von einem Angehörigen der Deutschen Minderheit komponiert wurde.

Der ehemaliger Lehrer von Martin Lutz am Deutschen Gymnasium, Peter von der Osten, fand anerkennende, lobende Worte für das „große Talent“ seines Schülers: „Wir werden von dir und deinem Werk noch sehr viel hören – du hast Großes geleistet“, so Peter von der Osten.


Martin Lutz bedankt sich  - O-Ton

Der Schirmherr, der deutsche Botschafter Michael Zenner samt Frau weilten ebenfalls unter den Gästen.  Das Konzert wurde durch Mittel des Auswärtigen Amtes ermöglicht.

Neben der Uraufführung von Stabat Mater wurde das Requiem von Mozart dargeboten.

Nach dem Konzert, wollte der Applaus nicht enden, und die Künstler schritten unter stehenden Ovationen von der Bühne. Gänsehaut und Stolz verspürte man als Nordschleswiger im Publikum ob der Leistung „der eigenen Leute“.

Die besondere Stimmung des Nachmittages, wurde anschließend beim Empfang in der Petri Kirche greifbar.  Peter von der Osten brachte es auf den Punkt: „Ich glaube wir begreifen noch gar nicht, was für Großes, Wunderbares hier heute geschehen ist. Was wir mit unserem Chor geleistet haben und was das für uns bedeutet, auch mit Blick auf die Zukunft“, so der Musikdirektor, der dies mit einem herzlichen Dank an den Botschafter verknüpfte, der „dieses erst durch seine finanzielle Unterstützung ermöglicht hat“.

Der Diplomat sorgte für starken Applaus, als er das Mikrofon ergriff und neben seinen lobenden Worten für das Dargebotene auch noch anfügte: „Ich freue mich schon auf das nächste Jahr“. Das wurde von vielen Anwesenden als Einladung aufgefasst und die Aussage wurde prompt vom Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, aufgegriffen: „Wir haben mit der Nordschleswigschen Musikvereinigung einen fantastischen Chor – wir kommen gerne wieder. Danke euch, kommt gut nach Hause – wir brauchen euch. Wir sind stolz auf euch“, so Hinrich Jürgensen an die Chormitglieder gerichtet.


Der Deutsche Botschafter Michael Zenner bedankte sich und freut sich schon auf das kommende Jahr ...

Als der Bus mit den Sängern der Musikvereinigung gen Süden aufbrach, sah man viele müde Gesichter, denn man war ja schließlich seit morgens auf den Beinen. Aber man war zurecht zufriedene:

In Sparzeiten schafft es die deutsche Minderheit in Nordschleswig als kultureller Botschafter für das Deutsche in Dänemark auch in der Hauptstadt zu überzeugen.

Respekt! Das nächste Mal vielleicht im Dom in Berlin, aber auch gerne im nächsten Jahr wieder in der Frauenkirche zu Kopenhagen ...


Die Domkirche war restlos gefüllt, mit rund 600 Zuhörern. 

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