FUEV lanciert Vorschläge zur Stärkung der Regional- und Minderheitensprachen



FUEN-Vizepräsidentin Martha Stocker bei der Europeada 2012 Auslosung in Berlin

In der EU steht nicht nur die Rettung des Euro auf der Agenda. Das Tagesgeschäft läuft trotz der dramatischen Verhandlungen weiter. Besondere Bedeutung kommt dabei derzeit den Verhandlungen zum neuen EU-Finanzrahmen 2014+ bei. Die zukünftigen Förderprogramme und -richtlinien der Europäischen Union stehen zur Diskussion.

Die Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) setzt sich im Zuge dieser Verhandlungen für eine Stärkung der Regional- und Minderheitensprachen in den Förderprogrammen der EU ein und hat in diesem Zusammenhang einen Katalog mit Vorschlägen vorgelegt.

Hier lesen Sie die konkreten Vorschläge.

Die FUEV wird die Herausforderungen der kleinen und kleinsten Sprachen Europas und ihrer Verortung in einer nachhaltigen europäischen Sprachenpolitik anlässlich einer Konferenz debattieren, die  vom 17. - 18. Januar in Bozen, Südtirol / Italien, stattfindet. 

Als einer der Hauptredner wird der ehemalige EU-Abgeordnete Michl Ebner erwartet, der 2003 für seinen „Bericht mit Empfehlungen an die Kommission zu den regionalen und weniger verbreiteten europäischen Sprachen – den Sprachen der Minderheiten in der EU – unter Berücksichtigung der Erweiterung und der kulturellen Vielfalt“ eine absolute Mehrheit im Europaparlament erzielt hat. Der Bericht sieht weitreichende Forderungen und Aufforderungen an die EU-Kommission vor. Unter anderem wurde die Etablierung einer Sprachenagentur mit besonderer Berücksichtigung der Regional- und Minderheitensprachen gefordert, sowie ein eigenes Förderprogramm für diese Sprachgruppen. Diese damals verabschiedeten, verpflichtenden Empfehlungen sind nach Auffassung der FUEV gar nicht oder nur unzureichend umgesetzt worden.

Neben der Konferenz in Bozen lädt die FUEV am 24. Januar 2012 im Europäischen Parlament mit Unterstützung des Abgeordneten Herbert Dorfmann (EVP) zu einer „FUEN Lunch Debate“ / einem Parlamentarischen Abend ein, um dort gemeinsam mit den Mitglieder des Parlaments und anderen Interessierten über Möglichkeiten zur Verbesserung der Fördermöglichkeiten für die kleinen und kleinsten Sprachen in den zukünftigen EU-Programmen zu diskutieren. 
„Wir sind der Auffassung, dass es mit dem Vertrag von Lissabon eine moralische wenn nicht sogar eine de jure Verpflichtung der Europäischen Union gibt, sich gemeinsam mit den Mitgliedstaaten zu überlegen, wie dem Aussterben der kleinen und kleinsten Sprachen in Europa begegnet werden kann. Dafür bedarf es eines Konzepts und einer strategischen Herangehensweise – diese muss von der EU-Kommission gemeinsam mit den Vertretern der betroffenen Sprachengruppen und ihren europäischen Vertretern erarbeitet werden “, so FUEV-Vizepräsidentin und Vizepräsidentin der Autonomen Region Trentino-Südtirol, Martha Stocker. 
Die FUEV hat nach Beratungen mit verschiedenen EU-Politikern und Interessensvertretern drei konkrete Hauptforderungen und Umsetzungsvorschläge erarbeitet. Unter anderem soll die Möglichkeit für kleine Mikro-Projekte der Regional- und Minderheitensprachen ermöglicht werden. Die Etablierung eines sog. „Langugage Diversity Centres“ soll eine bessere Vernetzung und Koordinierung der Aufgaben auf europäischer Ebene erreichen. Zu guter Letzt steht eine von der EU-Kommission gemeinsam mit den Sprachgruppen und ihren Interessensvertretern zu erarbeitende Strategie im Mittelpunkt der FUEV-Forderungen.
„Wir sind uns darüber bewusst, dass die EU-Kommission gerne mehr für die Sprachenvielfalt und dabei vor allem für die kleinen und kleinsten Sprachen in Europa tun würde. Wir machen einen Vorschlag, wie dies konkret angegangen werden kann. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass sich nun mehrere EU-Abgeordnete – unter anderem die Abgeordneten Herbert Dorfmann und Carl Haglund – für eine Berücksichtigung der „bedrohten Sprachen“ in den kommenden Förderprogrammen einsetzen. Wir haben eine Möglichkeit die Bedingungen zu verbessern und sollten diese gemeinsam auch nutzen“, so Martha Stocker. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen