Ministerin zu Kontaktausschussjubiläum in Nordschleswig



Der Kontaktausschuss für die deutsche Minderheit traf sich am 28. Juni 2012 zu seiner 49. Sitzung in Kopenhagen. Es gab in diesem Zusammenhang gleich zwei Prämieren zu feiern: Es war die erste Sitzung unter der Leitung der neuen, verantwortlichen Ministerin Christine Antorini und für die Vorsitzende der Schleswigschen Partei, Marit Rüdiger, war es ebenfalls die erste Sitzung in dem Gremium. Beide meisterten diese Prämiere äußerst souverän ...

An der Sitzung nahmen neben der Ministerin und der SP-Vorsitzenden, der Vorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, Schulrat Claus Diedrichsen, Sekretariatsleiter Jan Diedrichsen, BDN-Generalsekretär Uwe Jessen und BDN-Kommunikationschef Harro Hallmann teil.

Vom Folketing waren die Abgeordneten Ellen Trane Nørby (Venstre), Benny Engelbrecht (Sozialdemokraten), Lotte Rod (Radikale Venstre) und Christian Juhl (Einheitsliste) vertreten. Der Departementchef (ranghöchste Verwaltungsbeamte eines Ministeriums) Jesper Fisker nahm ebenfalls an der Sitzung teil.

2013 steht ein Jubiläum an – das Gremium tritt zum 50. Mal zusammen. Die Ministerin sagte noch während der Sitzung zu, dass sie das nächste Treffen gerne in Nordschleswig einberufen würde und die Minderheit und ihre Aktivitäten direkt in Augenschein nehmen möchte.

Hinrich Jürgensen erläuterte einleitend die Situation der Minderheit im Jahr 2012. Dies tat er sowohl aus einer finanziellen und historischen Perspektive: Jürgensen bedankte sich bei Dänemark für die flexible und großzügige Finanzierung der Arbeit der Minderheit – vor allem im Schulbereich. Dass sich die Minderheit aber dennoch weiterhin in finanziell großen Schwierigkeiten befinde, liege an der Finanzierung durch die Bundesrepublik Deutschland und die Kürzung bzw. Überrollung der Zuschüsse. Der Ministerin zeigte sich verwundert, dass die Finanzierung der beiden Minderheiten im Grenzland zu einem überwiegenden Teil durch Dänemark getragen werde.

Sekretariatsleiter Jan Diedrichsen erklärte in seinem Bericht, dass man nach der Wahl Anfangs doch mit einiger Verwunderung zur Kenntnis genommen habe, dass die Angelegenheiten der deutschen Minderheit vom Innenministerium ins Unterrichtsministerium verlegt worden sind. „Es hat sich aber gezeigt, dass dies eine gute Entscheidung ist. Im Unterrichtsministerium sitzen die Experten, die sich im Grenzland sehr gut auskennen“, so Diedrichsen. Der Sekretariatsleiter erläuterte die konkreten Aufgaben, die derzeit anstehen -  vor allem im Bereich der Medien aber auch konkret bei der nicht-Förderung unseres Museums gebe es Handlungsbedarf.

Schulrat Claus Diedrichsen informierte über die sehr erfreulichen Schülerzahlen in Nordschleswig und unterstrich die gute Zusammenarbeit mit den anderen Privaten- und Freien Schulen in Dänemark. Auch die Zusammenarbeit mit dem Unterrichtsministeriums sei von großem Verständnis für die besondere Lage der Minderheit geprägt.

Dass sich mit dem Zentrum für Minderheitenpädagogik ein Projekt zu formalisieren beginnt, dass ausdrücklich ein Gemeinschaftsvorhaben der dänischen und deutschen Minderheit, des Deutschen Schul- und Sprachvereins und des dänischen Schulvereins in Südschleswig, ist,  zeigtewie sich die Zeiten ändern, so Claus Diedrichsen.

Marit Rüdiger, Vorsitzende der Schleswigschen Partei hob die guten Erfahrungen mit der Kommualreform hervor und dass sich Dänemark mit den Sonderregelungen für die deutsche Minderheit in die Europäische Spitzenklasse der politischen Partizipationsmöglichkeiten der Minderheiten festgesetzt habe. Doch auch kritische Töne gab es zu hören – vor allem mit Blick auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Diese werde – vergleiche man diese mit der Zusammenarbeit am Øresund äußerst stiefmütterlich behandelt.

Es schloss sich eine lebhafte Aussprache an, bei der gemeinsame Ideen diskutiert wurden, wie sich die Minderheiten noch besser in die allgemeingesellschaftliche Debatte einbringen können und noch sichtbarer werden, auch in den Augen derjenigen, die nicht im alltäglichen mit der Minderheit in Kontakt kommen.

„Wir haben eine sehr aufgeschlossene, sympathische Ministerin getroffen. Das stimmt uns sehr positiv, auch dass sie sofort zugesagt hat uns in Nordschleswig zu besuchen. Wir werden sie beim Wort nehmen – denn natürlich haben wir noch einige Wünsche und Verbesserungsvorschläge – mir scheint aber, dass diese mit der Ministerin durchaus erreichbar ist“, zog Hinrich Jürgensen im Anschluss an die Sitzung in Kopenhagen ein positives Fazit.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen