Europas Minderheiten drücken die Daumen: Sonderburg / Sønderborg - Kulturhauptstadt 2017



Sonderburg möchte 2017 Kulturhauptstadt werden. Sonderburg heißt dänisch Sønderborg und liegt im dänischen Sønderjylland / Nordschleswig. Die Stadt Sonderburg tritt aber nicht alleine an, sondern versteht sich als Kandidat der gesamten deutsch-dänischen Grenzregion. In der Grenzregion leben vier autochthone Minderheiten, die allesamt auch Mitglieder bei der FUEV sind. Die deutsche Minderheit in Dänemark, die dänische Minderheit in Deutschland, Friesen sowie Sinti und Roma.

Morgen, am 24. August 2012, fällt die Entscheidung, die auf mehreren Großleinwänden in der Region übertragen wird. Die Jury muss eine Entscheidung zwischen der deutsch-dänischen Grenzregion / Sonderburg 2017 und der zweitgrößten dänischen Stadt Aarhus treffen.

Die Bewerbung Sonderburgs unter dem Motto „CountrysideMetropolis“ bietet einen Einblick in die ambitionierte Zielsetzung.  Aarhus versucht unter der Hauptüberschrift „Rethink“ die Jury zu überzeugen.


„Ich drücke ganz fest die Daumen und hoffe, dass Sonderburg für 2017 den Zuschlag erhält. Die 94 Mitgliedsorganisationen der FUEV stehen hinter der Bewerbung aus dem deutsch-dänischen Grenzland. Es kommt der Leit-Idee einer europäischen Kulturhauptstadt sehr entgegen, wenn eine erfolgreiche Minderheitenregion in Europa gewählt wird. Wir brauchen in Europa gut Beispiele dafür, wie nationale Gegensätze friedlich gelöst werden können. Das deutsch-dänische Grenzland ist ein gutes Beispiel. Was könnte besseres geschehen, als diese Entwicklung im deutsch-dänischen Grenzland vom Gegeneinander, über dem Nebeneinander, zum Miteinander und dem heutigen Füreinander im Rahmen einer Kulturhauptstadt 2017 in Europa bekannt zu machen“, erläutert FUEV-Präsident Hans Heinrich Hansen, der viele Jahre auch Vorsitzender der deutschen Minderheit in Dänemark gewesen ist und hinzufügt: „Die Minderheiten sind das Alleinstellungsmerkmal der Region. Vergleichbares gibt es sonst nirgends in Dänemark oder Deutschland.“

Die FUEV ist mit 94 Mitgliedern in 32 europäischen Ländern der Dachverband der autochthonen Minderheiten. Rund 100 Millionen Menschen gehören einer solchen autochthonen Minderheit an oder sprechen eine Regional- oder Minderheitensprache. Die FUEV hat ihren Hauptsitz in Flensburg.

Es ist bei aller Euphorie und Spannung wert daran zu erinnern, wie alles begann. Die Idee wurde vor Jahren erdacht von einem Mitglied aus der deutschen Minderheit, der seine „politische Sozialisation“ im Dachverband der Jugend-Minderheitenorganisationen YEN-JEV erhalten hat – nämlich Stephan Kleinschmidt. Und seien wir doch ganz ehrlich, die meisten von uns haben bei der Idee gelächelt, als diese vor einigen Jahren erstmals lanciert wurde (es lohnt sich die erste Pressemitteilung nachzulesen, die die Idee vom Stadtratsmitglied der Schleswigschen Partei (SP), Stephan Kleinschmidt, erstmals in der Öffentlichkeit beschreibt.) Daher gilt es um so größeren Respekt vor der Leistung zu haben, die darin besteht, mit einem sehr erfolgreichen Team eine Idee in die Umsetzung gebracht zu haben. Dass sich nun sehr viele in die Phalanx der Unterstützer einreihen, bezeugt ja nur wie erfolgreich das Vorhaben ist!

Die FUEV und ihre Minderheiten-Mitglieder werden natürlich die Plattform einer Kulturhauptstadt 2017 nutzen. Hans Heinrich Hansen, FUEV-Präsident macht es deutlich: „Wir werden 2017 mit den Minderheiten Europas gemeinsam in Sonderburg, in der deutsch-dänischen Grenzregion, feiern. Wir fangen bereits 2014 zum 150-jährigen Jahrestag der Schlacht von Düppel an, wenn rund 200 Minderheitenvertreter aus ganz Europa zum 65-jährigen Jubiläum der FUEV und 30-jährigen Jubiläum der JEV ins deutsch-dänische Grenzland reisen. Der FUEV-Kongress ist das größte Treffen der Minderheiten Europas.

Doch nun gilt es aber erst einmal „Daumen Drücken für Sonderburg / Sønderborg 2017“. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen