”Lobbyist für die Minderheiten” - 25 Jahre Amt der Minderheitenbeauftragten

Foto: Landespressestelle Kiel
Ministerpräsident Torsten Albig 

Drei waren anwesend, einer fehlte. Kurt Schulz, Caroline Schwarz und Renate Schnack saßen in der ersten Reihe, als am 27. November 2013 im Kieler Landeshaus das Amt des Minderheitenbeauftragten in einer Feierstunde zum 25. Jubiläum geehrt wurde. 

Der Wegbereiter dieser wichtigen Position in der grenzüberschreitenden Beziehungen und dem deutsch-dänischen Verhältnis war der 1991 verstorbene SPD-Politiker Kurt Hamer. Er wurde 1988 vom neu gewählten Ministerpräsidenten Björn Engholm eingesetzt. In der Person von Hamer verkörpert sich noch heute das Profil des Minderheitenbeauftragten: Der oder die Minderheitenbeauftragte muss Leitliniengeber für die Minderheitenpolitik sein, darüber hinaus Entwicklungen anstoßen und mitbestimmt sowie sich durch große Anerkennung und Sympathien auf beiden Seiten der Grenze auszeichnen. Kurt Hamer erkläre nach seiner Ernennung 1988, er werde „Lobbyist für die Minderheiten“ sein. (Eva Nowottny; Kurt Hamer – Schwerpunkte, Standpunkte Entwicklungen). 


Kurt Hamer

Ministerpräsident Torsten Albig hob in seiner Grundsatzrede die Bedeutung der Minderheitenpolitik für das Land Schleswig-Holstein hervor. So sei es nicht „Altruismus“ sich für die Minderheitenvielfalt einzusetzen, sondern diese Vielfalt sei das „Alleinstellungsmerkmal“ Schleswig-Holsteins und machen ein enormes Potential für alle – Minderheit und Mehrheit - aus. Er dankte den vier Minderheitenbeauftragten, die alle auf ihre Art und Weise Ombudspersonen gewesen seien oder sind. Er hob vor allem die amtierende Minderheitenbeauftragte Renate Schnack hervor, die mit großem Engagement für „ihre“ Minderheiten kämpfe und dabei eine starke Unabhängigkeit bewahre. 


Kurt Schulz 

Der SPD-Ministerpräsident hob neben der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit vor allem die europäische Dimension der Minderheitenarbeit hervor. Das Minderheitenthema sei „von europäischer Tragweite“ und Schleswig-Holstein habe ein Interesse und die Verpflichtung sich europäisch für die Fragen der Minderheiten einzusetzen. Es sei wichtig in diesem Bereich über die eigenen Grenzen zu schauen und von anderen zu lernen. 



Caroline Schwarz

Als Festredner war der ehemalige norwegische Außenminister und Hohe Kommissar für nationale Minderheiten der OSZE, Knut Vollebaek, anreist und vermittelte genau diesen Ansatz, dass Minderheitenpolitik europäisches „Kernthema“ sei und dass Schleswig-Holstein mit dessen „Realpolitik“ auf diesem Gebiet ein wichtiges „Best Praxis-Beispiel“ darstelle. 


Renate Schnack

Die Veranstalter der Festveranstaltung hatten einen nahezu „brillanten Einfall“, um den oftmals leidigen „Grußwort-Marathon“ bei solchen Jubiläumsanlässen zu umgehen. Es wurden kurze Videogrußbotschaften, unter anderem vom FUEV-Präsidenten Hans Heinrich Hansen und BDN-Hauptvorsitzenden Hinrich Jürgensen, eingeblendet. 

Die ausgiebigen Gespräche am anschließenden Buffett – wie es sich für eine Festveranstaltung gehört – rundeten einen harmonischen Minderheiten-Tag ab. 

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