Aufregung in der Bretagne – Angst vor weiterer Zentralisierung



Frankreich gilt seit Jahrzehnten in Europa als Beispiel dafür, wie man sich gegen einen aktiven Minderheitenschutzes entscheiden kann und auch mit Blick auf die Förderung der Regional- und Minderheitensprachen muss sich die „Grand Nation“ immer wieder Kritik gefallen lassen.

Zu den autochthonen Sprachminderheiten gehören unter anderem die Basken, die Bretonen, die Deutschsprachigen in Elsass und Teilen Lothringens, die Flamen, die Katalanen, Korsen, Okzítanier und Italiener. (Eine gute Übersicht bietet Wikipedia).

Eine offizielle Anerkennung oder gar nachhaltige Förderung dieser Vielfalt lässt weiter auf sich warten.

Seit einigen Tagen erreichen uns bekümmerte Meldungen, unter anderem aus der Bretagne, wo man vor einer weiteren Zentralisierungswelle in Frankreich warnt, die mit negativen Auswirkungen auf die Sprachgruppen verknüpft sein würde.

Bekanntlich steht die Regierung von Präsident Hollande mit dem Rücken zur Wand. Der neue Premierminister Manuel Valls hat in einer Rede in der vergangenen Woche vor der Nationalversammlung in Paris einschneidende Maßnahmen angekündigt. Unter anderem will er die 22 Regionen Frankreichs in 10 „Großregionen“ zusammenlegen.

Die Angst geht um unter den Bretonen, die sich mehr Autonomie und Selbstbestimmung in der Region erhoffen. Denn nur durch diese Eigenverwaltung verspricht man sich eine nachhaltige Chance, die eigene Sprache und Kultur in der Bretagne zu bewahren und zukunftssicher zu gestalten.

Das Kulturinstitut der Bretagne / Skol Uhel Ar Vro ruft zur Solidarität auf und warnt vor einer weiteren Zentralisierung, die in Frankreich in den letzten Jahrzehnten nur zum schleichenden Kultur- und Sprachensterben beigetragen habe. (


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