Geburtsstunde des modernen Grenzlandes wird 2020 gefeiert: Minderheitenbeauftragte gründet gemeinsam mit den Minderheiten ein 2020-Forum

Besuch im Sekretariat der Deutschen Minderheiten in Kopenhagen, die Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten Renate Schnack, spricht mit BDN-Hauptvorsitzenden Hinrich Jürgensen, BDN-Generalsekretär Uwe Jessen, Hauptvorstandsmitglied Peter Asmussen und Stephan Kleinschmidt. 

In sechs Jahren, im Jahr 2020, feiern die deutsche und die dänische Minderheit „Geburtstag“. Die vor 100 Jahren noch so heftig umstrittene Volksabstimmung und die damit verknüpfte Grenzziehung, haben das moderne deutsch-dänische Grenzland geschaffen. 

Die Minderheitenbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Renate Schnack, hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden der deutschen Minderheit, Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen und dem Vorsitzenden des Kulturdachverbandes der dänischen Minderheit, Sydslesvigsk Forening (SSF), Jon Hardon Hansen, die Gründung eines „2020-Forums“ initiiert, um das geschichtsträchtige Jubiläum vorzubereiten. Dies wurde im Rahmen der Gedenkveranstaltungen an die Schlacht von 1864 - an der beide Minderheiten in Kopenhagen teilnahmen - in einem Gespräch, im Sekretariat der deutschen Minderheit, vereinbart.  


„Wir wollen nicht nur in die Vergangenheit blicken, sondern jetzt schon überlegen, was wir im Jubiläumsjahr 2020 und in den kommenden Jahren bis dahin, an zukunftsweisenden Ideen entwickeln können. Das deutsch-dänische Minderheitengefüge, das 1920 entstanden ist, hat nicht nur rückwärtsgewandt als Versöhnungspolitik seine Berechtigung, sondern ist mit lebendigen Minderheiten - die in ihrer Verschiedenheit dennoch vereint erfolgreich sind - auch eine wichtige Option für die Zusammenarbeit im deutsch-dänischen Grenzland insgesamt“, erklärt Renate Schnack, die den Vorsitz des 2020-Forums übernimmt.

BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen erklärt: 
„Ich habe den Vorschlag für ein Regierungsgipfel 2020 zwischen den beiden Regierungschefs von Dänemark und Deutschland, in unser Grenzregion gemacht, um einen politischen Höhepunkt als Zielmarke zu setzen. Wir brauchen einen stärkeren Fokus auf unsere Region, auf die Minderheiten - ansonsten werden wir in Zukunft nur noch stärker als Provinz und als Produkt der Vergangenheit wahrgenommen. Doch wir sind in unserer Region sehr lebendig, das wollen wir unter Beweis stellen.“

Der SSF-Vorsitzende, Jon Hardon Hansen, erinnert in diesem Zusammenhang an die Initiative der dänischen Regierung, die Verbindungen zu Deutschland zu stärken und Barrieren abzubauen. 
„Das passt gut zu unserem Vorhaben. Wir wollen mit dem Ziel 2020 vor Augen, einen Katalog von ganz konkreten zu lösenden Aufgaben für die Minderheiten erarbeiten. Denn die Wirklichkeit ist bekanntlich konkret und wir dürfen nicht nur ankündigen und Reden halten, sondern müssen erklären, wie wir die Zukunft der Minderheiten vor und nach 2020 uns vorstellen, sowie welche Hindernisse für unsere Minderheitenarbeit im Besonderen und für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Allgemeinen bestehen.“ 

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