HINTERGRUND : Gremium für Fragen der deutschen Minderheit in Nordschleswig

2012 kam es zur gemeinsamen Sitzung zwischen dem Nordschleswig-Gremium und dem dänischen Kontaktausschuss in Kopenhagen, mit Landtagspräsident Schlie und Ministerin Antorini. 

Das „Gremium für Fragen der deutschen Minderheit in Nordschleswig“ (kurz: Nordschleswig-Gremium) wurde im Jahr 1975 etabliert und setzt sich unter Vorsitz des Landtagspräsidenten aus Landtagsabgeordneten und Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen zusammen. Die Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten ist ebenfalls vertreten. 

Die Deutsche Minderheit entsendet den Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger, den Jugendverbandsvorsitzenden und den Schulrat sowie der BDN-Generalsekretär und der Leiter des Kopenhagener Sekretariats als Ständiger Gast in dem Gremium vertreten.

In der Gründungsvereinbarung vom 4. Februar 1975 heißt es unter anderem:

Es wird ein Gremium für Fragen der deutschen Minderheit in Nordschleswig gebildet. Aufgabe des Gremiums ist die regelmäßige Wartung aller Fragen, die die deutsche Minderheit in Nordschleswig betreffen.

Im Jahr 2002 wurde die 50. Sitzung des Gremiums für Fragen der deutschen Minderheit in Nordschleswig abgehalten und in diesem Zusammenhang erklärte der damalige Vorsitzende und Landtagspräsident Schleswig-Holsteins Heinz-Werner Arens:

Mit der Gründung des Gremiums für Fragen der deutschen Minderheit in Nordschleswig im Jahr 1975 wurde die Minderheitenpolitik, bis dahin primär als Regierungsangelegenheit betrachtet worden war, durch einen formalisierten und ständigen Kontakt zum Schleswig-Holsteinischen Landtag auf eine breite parlamentarische Basis gestellt. Nordschleswiger, Bundestags- und Landtagsabgeordnete ebenso wie später der oder die Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein treffen sich in der Regel zweimal jährlich, um über aktuelle, die deutsche Volksgruppe in Nordschleswig berührende Fragen zu beraten. Dabei stehen Themen aus den Bereichen Bildung und Kultur sowie Haushalts und Investitionsvorhaben der deutschen Volksgruppe regelmäßig auf der Tagesordnung. Im Mittelpunkt aber stehen jeweils politische Berichte über die wichtigsten Ereignisse für die deutsche Minderheit durch den BDN- Hauptvorsitzenden und aktuelle Berichterstattung des Leiters des Kopenhagener Sekretariats bei Regierungen und Folketing. Beide Berichte wirken gleichsam wie ein Blick durchs Fenster in das Nachbarland. Die Einsichten und Ansichten sind dabei nicht auf die Minderheitenarbeit begrenzt. Sie sind auch ein Stück Europa- und Ostseepolitik unter Nachbarn, die ein anderer immer näher gekommen sind – ein Prozess, den die Minderheiten als Mittler nachhaltig befördert haben.



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