Novaja Gaseta kämpft für die Wahrheit und erhält Friedenspreis

Diese Titelseite der Novaja Gaseta, nach dem Abschuss der Malaysischen Passagiermaschine über den Osten der Ukraine, erzürnte den Kreml besonders

Unter Einsatz ihres Lebens - vier Journalisten wurden in den letzten Jahren ermordet - kämpft die Redaktion der Zeitung „Novaja Gaseta" in Russland einen mutigen Kampf. Dafür hat die Redaktion den Freiheitspreis der dänischen Zeitung „Politiken“ erhalten, der kürzlich feierlich an den Chefredakteur in Kopenhagen überreicht wurde. 

Die Redaktion leistet, mit Blick auf die im Westen mehr oder weniger vergessenen bzw. verdrängten Tragödie in Tschetschenien  bewundernswerte Aufklärungsarbeit und kritischen Journalismus. Im Osten der Ukraine und nicht zuletzt auf der Krim, haben die Journalisten - als mittlerweile letzte, verbleibende Redaktion in Russland, die noch landesweit kritisch-unabhängig berichtet, bewiesen, was mutiger Journalismus leisten kann. Gegen Einschüchterung, Todesdrohungen berichten die Journalisten (die in vielen Fällen auch anerkannte Menschenrechtler sind) über die Lage im Osten der Ukraine und auf der Krim. 

Vier Namen, vier Journalisten, die in den vergangenen Jahren ermordet wurden, symbolisieren den Mut dieser der Zeitung:

Die wohl bekannteste Vertreterin war Anna Politkovskaja, die 2006 in ihrem Hauseingang in Moskau erschossen wurde. Sie hatte unzählige Artikel über die Kriegsverbrechen in Tschetschenien verfasst und war ein Sammelpunkt für die verzweifelten Tschetschenen, die auf Gerechtigkeit und das Ende der Gräuel hoffen. 

Natalja Estemirowa wurde 2009 vor ihrem Wohnhaus in Grosny entführt und am Nachmittag desselben Tages in der Nachbarrepublik Inguschetien mit mehreren Kopf- und Brustschüssen tot aufgefunden.

Der für die Zeitung arbeitende Menschenrechtsanwalt Stanislav Markelov und die Journalistin Anastasia Baburova wurden auf offener Straße erschossen. Sie hatten gegen die Freilassung eines russischen Offiziers protestiert, der wegen des Mordes an einer jungen Tschetschenin verurteilt worden war. 

Keine der Morde ist bislang aufgeklärt worden. Die Journalisten berichten dennoch weiter aus sowohl Tschechenien und der Krim, prangern Korruption und Menschenrechtsverletzungen an. 

Herzlichen Glückwunsch! 

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