Russland attackiert Menschenrechtsorganisation


Die organisierte Menschenrechtsarbeit ist nicht weniger wichtig, als eine engagierte Presse. Beide haben es derzeit in Russland schwer. Wir haben die jüngst mit dem Friedenspreis der dänischen Zeitung "Politiken" geehrten "Novaja Gaseta" vorgestellt. Eine weitere Institution steht in Moskau derzeit vor Gericht; die russische Menschenrechtsgruppe "Memorial". Die Organisation fällt nach Auffassung der Anklage, unter die Bestimmungen eines  Gesetz aus dem Jahre 2012, der die Memorial-Verantwortliche als "ausländische Agenten" einordnen. Das Gesetz hinsichtlich der "ausländischen Agenten" in Russland hat international für viel Kritik gesorgt. Unter anderem musste sich auch die Organisation der Deutschen in Russland - der IVDK - gegen eine solche Einordnung zur Wehr setzen. 

Es droht der weltweit anerkannten "Memorial" das Verbot bzw. die Auflösung, was ein Schlag ins Gesicht der Menschenrechtsarbeit wäre. Memroial ist eine "Ikone" des Menschenrechtsschutze. Die Organisation wurde offiziell 1989 unter dem Vorsitz Andrej Sacharows gegründet und genießt weltweit große Anerkennung. Die Zeitung Liberation brachte kürzlich einen Aufruf zur Unterstützung von Memorial, unterschrieben von zahlreichen Russlandforschern. 

"Seit den achtziger Jahren hat sie Hunderttausende Namen und Geschichten dem Verschweigen und Vergessen entrissen. Diese nachhaltige Forschungsarbeit hat es vielen Russen erlaubt, die Spuren ihrer Familie wiederzufinden und die Geschichte ihrer Familien aufzuarbeiten", heißt es in dem Aufruf.

Die Entscheidung über ein Verbot ist für den  17. Dezember angekündigt. 


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