Sensation: Siebenbürger Sachse wird neuer Präsident in Rumänien. Wird er auch ein „Minderheiten-Präsident“?



Klaus Johannis ist nicht nur eine Sensation gelungen. Er ist gleich vierfach ein Novum: Er ist der erste Präsident Rumäniens, der der deutschen Minderheit angehört, der erste Präsident, der die Partei der Liberalen vertritt, der erste Protestant im höchsten Amt des Staates und der erste Präsident, der aus Siebenbürgen / Transylvanien stammt. 

Das politische Establishment steht in Bukarest Kopf. Denn mit dem Wahlausgang hatte eigentlich niemand gerechnet. Am Ende des polarisierten Wahlkampfes wurde noch eine regelrechte Schlammschlacht losgetreten, die auch die nationale Zugehörigkeit Johannis als Rumäniendeutscher thematisierte.  

Die Herausforderung in dem notorisch durch politische Intrigen, Korruption und Skandale heimgesuchte Land, sind für Johannis enorm. Es wird auch sehr interessant zu verfolgen, wie er auf die Forderung der starken ungarischen Minderheit aus seiner Siebenbürger Heimat reagieren wird, die mit einem Modell wie in Südtirol vor Augen, sich für eine territoriale Autonomielösung einsetzt. Bislang hat sich Johannis in diesem Punkt eher negativ geäußert. Denn, bei aller Freude, reicht es nicht für Rumänien, dass man einen Präsidenten hat, der einer Minderheit angehört - viel wichtiger ist ein Präsident der vorbildliche Minderheitenpolitik macht. Das muss Johannis bei allen Lobären im Vorfeld noch beweisen.

Johannis, der zuvor für die deutsche Minderheit Hermannstadt / Sibiu als Bürgermeister leitete, ist Mitglied der Rumäniendeutschen und macht daraus auch keinen Hehl. Dem 55-jährigen Politiker - der erst kürzlich die Partei der Rumäniendeutschen mit der liberalen rumänischen Partei austauschte, wird nachgesagt, dass er - und damit stellt er eine Ausnahme da - nicht völlig in den Morast der rumänischen Politik abgesunken ist, der sich durch Korruptionsskandale und fehlendes demokratisches Grundverständnis auszeichnet.

Der Jubel und der Stolz war unter den Angehörigen der Rumäniendeutschen deutlich zu spüren. In Siebenbürgen wurde gefeiert. Jetzt müssen die Ärmel hochgekrämpelt werden, wie es ein Rumäniendeutscher treffend formulierte (siehe Foto).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen