Friesen fordern mehr Solidarität von den dänischen Schulen - Minderheitenbeauftragte stellt Sprachenpolitik vor



Anlässlich einer gemeinsamen Sitzung der Verbände der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein (Bericht in Flensborg Avis leider nicht online verfügbar) stellte die Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, Renate Schnack, den Stand der im Koalitionsvertrag angekündigten „Sprachenpolitik“ für Schleswig-Holstein vor. Anfang des Jahres sollen die Pläne zur Einführung einer Sprachenpolitik im nördlichsten deutschen Bundesland vorgestellt werden. 

Das Thema griff der Vorsitzende der Friesen, vom Friisk Foriining, Bahne Bahnsen auf und teilte heftig gegen die Vertreter des dänischen Schulvereins aus. Demnach fordern die Friesen seit Jahrzehnten, dass in den dänischen Schulen in Nordfriesland, die von der dänischen Minderheit betrieben werden, der Unterricht in der ursprünglichen Sprache der Region - Friesisch - verstärkt Berücksichtigung finden. Die friesische Sprache befinde sich im "Respirator“, so Bahnsen laut Flensborg Avis und fügte hinzu, dass mittlerweile die öffentlichen deutschen Schulen beinah ein besseres Friesisch-Angebot vorhalten, als dies die dänischen Schulen tun. Ausnahme ist unter anderem die dänisch-friesische Schule in Risum-Lindholm.



Der Vorsitzende wurde in seiner Forderung nach mehr Solidarität und Friesischunterricht von sowohl der Minderheitenbeauftragten, als auch von den Vorsitzenden des dänischen Kulturverbandes, SSF, und der politischen Vertretung der dänischen Minderheit, SSW, unterstützt. 

Die Erarbeitung und Umsetzung einer Sprachenpolitik für Schleswig-Holstein - für Friesisch, Dänisch, Romanes und Niederdeutsch - ist eine hervorragende Idee und betrifft nicht nur die Frisen, wie der Chefredakteur von Flensborg Avis, Jørgen Møllekær in seinem Leitartikel  (leider ebenfalls nicht online) zu Recht hervorhebt. Denn, wie sieht es mit der Minderheitensprache Dänisch in Südschleswig aus? In Flensburg stehe man zwar stark da, doch wie sehe es im restlichen Südschleswig aus? 

Eine nachhaltige Sprachenpolitik ist für alle Minderheiten in Europa von zentraler Bedeutung. Die Zukunft der Minderheitensprachen stellt sich europaweit, denn um die vielzitierte Sprachenvielfalt auf unserem Kontinent sieht es düster aus.

Quelle: Flensborg Avis vom 3. Dezember 2014

(03.12.2014)

  



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