Noch ein Präsident "outet" sich „on screen“ als Minderheit

Donald Tusk ist ein "bekennender Kaschube" - Foto: Polnische Regierung
Heute übernimmt der ehemalige polnische Premier, Donald Tusk, Polen, eines der gewichtigsten Ämter der Europäischen Union; er ist Präsident des Europäischen Rates (ein Posten für den auch die dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt im Gespräch gewesen ist)

Als Präsident leitete er den Europäischen Rat, in dem alle Regierungschefs Europas vereint sind. Fast nichts läuft in der EU, ohne die Zustimmung der Regierungslenker. 



Mit der Minderheitenbrille betrachtet, ist spannend zu vermerken, dass Herr Tusk, bei seinem ersten „Promo-Interview“ gleich einleitend seinen Hintergrund als Kaschube hervorhebt: 


„I am Kashubian. That means I am part of an ethnic minority. We are about 300.000 people with our own language own customs  very traditional, very loyal to their traditions and religion“. 

Tusk hebt seine „vier Identitäten“ hervor: er sei aus Danzig, er sei Kaschube, er sei Pole (seine „Hauptidentität“) und natürlich Europäer. Bravo!

Selbst ist er bekanntlich wegen seiner fehlenden Englisch-Kenntnisse - typisch "Brüssel-like" belächelt worden. Er hat in den vergangenen Wochen fleißig geübt!

Es wird sicher kein Umdenken in der Politik der Europäischen Union zu erwarten sein, nun da ein Kaschube ins Zentrum der Macht rückt – den ablehnenden Zugang der Kommission haben wir hier beschrieben -; doch es zeigt, wie weit verbreitetet der politische Zugang der autochthonen Minderheiten und der Regional- und Minderheitensprachen in Europa ist. Es wäre wünschenswert, wenn dies auch in der Politik des Europäischen Parlaments, der Kommission und des Europäischen Rates stärkere Berücksichtigung finden würde. 

Wir wünschen Herrn Tusk viel Erfolg! 

(01.12.2014)

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