Alexis Tsipras – wie halten Sie es eigentlich mit den Minderheiten?


In Europa starrt alles gebannt nach Athen. Das Linksbündnis Syriza hat die Wahl eindrucksvoll gewonnen. Nur knapp ist es an der absoluten Mehrheit vorbei geschrammt. Der charismatische Chef der Linkssozialisten und wohl baldige Regierungschef Alexis Tsipras wird in vielen Hauptstädten Europas und in Brüssel empfangen werden. Es wird um die finanzielle Rettung des arg gebeutelten Landes und dessen verarmter Bevölkerung gehen. 

Es wäre an der Zeit, dass Griechenland, neben einer Reform der Schuldenverteilung und einer Verbesserung der ökonomischen Lage der Bevölkerung auch die eigene Minderheitenpolitik überdenkt. Griechenland ist in der Europäischen Union mit Abstand das Schlusslicht des Minderheitenschutzes. 

So werden die slawischen Mazedonier in ihrer Existenz ganz einfach negieret – nach dem Motto: „Kennen wir nicht, gibt es nicht!“. Die türkische Minderheit in Griechenland darf sich nicht als solche bekennen, sondern muss sich auf das religiöse Erkennungsmerkmal ihrer Identität zurückziehen und sich als muslimische Minderheit geben. Griechenland ist demnach meilenweit von den gängigen Standards im Minderheiten- und damit Menschrechtsschutz entfernt. 

Es wäre ein guter Anlass für Frau Merkel, Herrn Juncker und all den anderen Gesprächspartnern von Herrn Alexis Tsirpas in den kommenden Wochen, diese Minderheitenthematik anzusprechen. 

Angela Merkel fordert: „Schuldenschnitt nur gegen Minderheitenschutz!“ 

Ja, man darf ja wohl noch träumen dürfen. 

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