Minderheiten in Albanien protestieren gegen Gebietsreform

Die Minderheiten in Albanien. Quelle: Wikipedia (Die Roma fehlen auf der Karte)

Die Minderheiten in Albanien – unterstützt von Organisationen der Zivilgesellschaft – protestieren derzeit lautstark gegen eine Gebietskörperschaftsreform, die mit den nächsten Wahlen im Sommer 2015 umgesetzt werden soll. Aus den bislang 384 Gemeinden sollen 65 Großbezirke entstehen – die dann allesamt albanische Mehrheiten haben. Bislang gibt es Gemeinden, in denen die mazedonische und griechische Minderheit die Mehrheit stellen. 


Gegenüber der Nachrichtenagentur SETimes erklärt Vangjel Dule von der Union for Human Rights Party in Tirana:
"The territorial reform runs contrary to the spirit of the Convention for the Protection of National Minorities, and it constitutes a flagrant violation of the accepted European standards," 
Die Minderheiten kritisieren, dass die Regierung keine Rücksicht auf die berechtigten Forderungen ihrer Gruppen genommen hätten. 
"The will of the Macedonian community in Albania was not respected. We Macedonians are concentrated into three areas, but our demands were only partially considered," 
erklärt Edmond Themelko, SETimes.

Bereits im vergangenen Monat war es zu Verstimmungen gekommen, als das albanische Parlament mehrheitlich eine eigenständige Vertretung der griechischen Minderheit im nationalen Rat für den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk Albaniens abgelehnt hatte. 

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FAKTEN:

Albanien erkennt offiziell drei nationalen Minderheiten an: Griechen, Mazedonier und Montenegriner sowie zwei "kulturelle Minderheiten"  die Aromunen und Roma.

Darüber hinaus leben in Albanien Bulgaren, Gorani, Serben, Balkan-Ägypter, Bosniaken und Juden. 

Der Zensus aus dem Jahr 2011 wird von den Minderheiten abgelehnt. Da man nur entweder Albanisch oder "anderes" angeben - es gab keine Möglichkeit sich zu einer Minderheit zu bekennen. 

Die Griechen umfassen nach eigenen Schätzungen rund 300,000 Angehörige. Während die Regierung in Tirana sie auf rund 30.000 Personen schätzt. Die meisten unabhängigen Schätzungen gehen von 100.000-200.000 Personen aus. 

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