Rückwind für die Weißrussische Sprache – Lukashenko vor einem Kurswechsel?

Alexander Lukashenko, Foto: Wikipedia
Als der letzte Diktator in Europa wird er gerne beschrieben – Alexander Lukashenko ist mit dem autokratisch geführten Weißrussland etwas aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten, seitdem sich alle Augen wieder auf den Kreml und die gefährlich-undurchsichtige Politik des Vladimir Putins richten. 

Den sonst für seine Nibelungentreue gegenüber Russland bekannte Lukashenko, scheint die aggressive russische Politik der Interessen- und Einflusssphären nachdenklich gestimmt zu haben. Das zumindest meint die britische Zeitung „The Guardian“ in einem interessanten Hintergrundartikel. 

Analysts say the Ukraine crisis acted as a wake-up call for Lukashenko, who has long been a key Kremlin ally. For years, this relationship has not only been vital for Lukashenko’s grip on power, it is crucial for Belarus’s economy – around 10-15% of which relies on Russian subsidies. With such close ties between the two nations, when Moscow annexed Crimea, and Russian president Vladimir Putin justified the move by saying he would protect Russians or Russian-speakers across the world, Lukashenko was said to be rattled.

Lukashenko ist in den vergangenen Jahren dadurch aufgefallen, die Weißrussische Sprache stiefmütterlich, ja abwertend behandelt zu haben. Er soll demnach geäußert haben, man könne nichts wirklich von Bedeutung auf Weißrussisch formulieren, dafür müsse man die russische Sprache nutzen.

Weißrussisch steht seit Jahrzehnten unter Druck. Nur rund 25% der Bevölkerung des Landes geben an, diese überhaupt sprechen zu können und magere 10 Prozent verwenden die Sprache im Täglichen. Russisch verdrängt die Weißrussische Sprache. 

Belarusian and Russian are both considered official languages of Belarus, but only 23% of the 9.67m population speaks the former, whereas more than 70.2% per cent speaks the latter. No more than 10% of Belarusians say they communicate in Belarusian in their day-to-day lives.

Doch – so das Kalkül der Machthaber in Minsk - von einer sprachlichen hin zu einer territorialen Assimilierung ist kein weiter Weg. Das scheint auch Lukaschenko zu fürchten und hat nun verschiedene Signale gesandt, die darauf hindeuten könnten, dass er die Weißrussische Sprache zu stärken gedenkt; um somit kulturelle und nationale Selbstständigkeit gegenüber den Großen Bruder Russland unter Beweis zu stellen. 

In seiner jüngsten Ansprache an die Nation hat Lukashenko gar Weißrussisch gesprochen – das hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben in Minsk ... 

Hier der lesenswerte Artikel im „The Guardien“.  

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