Endlich am Start: Der beratende Ausschuss für Sinti und Roma in Berlin

Foto: Facebook Heinrich Zertik (MdB)

Die dänische Minderheit hat ihn bereits seit 1965 und wird in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum feiern. Die Friesen und Sorben haben ihn auch, gleichmaßen die niederdeutsch Sprecher. Nun sind auch die deutschen Sinti und Roma dran: Gestern, am 18. März 2015, fand im Bundeshaus in Berlin, die erste Sitzung des  „Beratenden Ausschusses für Fragen der deutschen  Sinti und Roma“ statt. 

Es gibt sicher mehrere Gründe, warum es so lange dauern musste, bis ein solches Gremium für die Sinti und Roma etabliert werden konnte. Unter anderem – darauf verweist auch das Bundesinnenministerium - haben Differenzen zwischen dem Zentralverband der Sinti und Roma und der Sinti Allianz eine Etablierung behindert. Erfreulich war daher, dass bei der ersten Sitzung Delegationen des Zentralrats deutscher Sinti und Roma sowie der Sinti-Allianz vertreten waren, die durch ihre jeweiligen Vorsitzenden Romani Rose und Manja Schuecker-Weiss angeführt wurden.

Der neugegründete Ausschuss soll sich vorrangig mit Angelegenheiten der deutschen Sinti und Roma beschäftigen. Die erste Sitzung wurde jedoch auch als "Informationsaustausch zur Lage der Roma im östlichen Europa" genutzt.  


Einen guten Überblick erhält man durch die „Kleine Anfrage“ der Grünen vom April 2014 (hier im Wortlaut) und anschaulich auch bei der im November 2014 durchgeführten Anhörung im Bundestag (Konferenz als Stream hier nachzusehen). 

Pressemitteilung von Hartmut Koschyk, Bundesbeauftragter für nationale Minderheiten. 


Im Beratenden Ausschuss sind Mitglieder der Bundestagfraktionen vertreten und der "Beauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten" führt den Vorsitz. Es nahm gestern auch die Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten aus Schleswig-Holsteins, Renate Schnack, an der ersten Sitzung teil. Schleswig-Holstein hat die Sinti erst kürzlich in die Landesverfassung aufgenommen

In den Ausschusssitzungen, die einmal jährlich stattfinden, werde aktuelle Themen besprochen. Das Anliegen besteht darin, im Dialog und mit minimaler Formalisierung, einen Konsens zwischen Minderheit und “Entscheidungsträger” zu erarbeiten. 

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