Der Biererbe mit einer prickelnden Idee: Eurotopia


Heineken gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbieren. Doch bei nächster Gelegenheit werde ich eines trinken, in Gedenken an den Brauereierben und 2004 verstorbenen Alfred Heineken. Der niederländische Unternehmer hatte 1993 eine heute in Vergessenheit geratene Utopie zur zukünftigen Verhasstheit Europas veröffentlichte. In seiner 13-seitigen Schrift „The United States of Europe (a Eurotopia?)“ erklärt der Autor, wie er sich ein vereintes Europa vorstellt. Europa gehöre demnach in rund 75 Regionen aufgeteilt, die jeweils 5 - 10 Millionen Einwohner umfassen sollen. Diese Regionen stellen dann die Grundlage für das föderale Europa der Regionen dar. 

Der eine oder andere wird sicher leise wissend lächeln und festhalten, dass dies nie umgesetzt werden wird - der Nationalstaat ist viel zu stark in dem Bewusstsein der Bürger verankert.  Nun, die Geschichte hat immer wieder bewiesen, dass sie sich nicht an Voraussagen einer trügerischen Gewissheit hält, sondern eigene, unvermutete Wege geht. Die Zukunft Europa ist mit Nichten festgelegt; daher sind Utopien über eine mögliche Zukunft ein interessantes und gewinnbringendes Unterfangen. 

Wie auf der oben abgebildeten Karte der Regionen zu entnehmen, bliebe Dänemark bestehen, mit seinen rund 5 Millionen Einwohner passt es auch genau in das Größenprofil des Autors. Deutschland wird natürlich aufgeteilt und wenn man die Karte richtig deutet, würde ein Nordstaat Realität werden …

Zugegeben kein realistisches Unterfangen - aber der Brauereierbe hat sich Gedanken über eine mögliche Zukunft Europas gemacht, die nicht unsympathisch ist und damit ist er progressiver gewesen als die meisten, die nur bis zur nächsten Krise oder den nächsten Gipfel denken. 

Foto: Wikipedia

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