Sinti und Roma gründen „Europäisches Roma Insitut“



Die Sinti und Roma machen mit 14 Millionen Angehörigen, die größte Gruppe der Minderheiten in Europa aus. Sie sind Bürger ihres jeweiligen Landes, aber sie verbindet neben den gemeinsamen kulturellen und sprachlichen Wurzeln auch die Erfahrungen von jahrhundertelanger Diskriminierung, Verfolgung und Völkermord. (Mehr hier). 


Zeljko Jovanovic
Romani Rose
Die Roma und Sinti in Europa sind eine sehr heterogene Gruppe, mit unterschiedlichen Interessen und Zielen. Dennoch nimmt die länderübergreifende Vernetzung Schritt für Schritt zu. Der Vorsitzende des Zentralrates der Sinti und Roma in Deutschland, Romani Rose hat gemeinsam mit Zeljko Jovanovic, ein aus Serbien stammender Roma-Aktivist und Vertreter der „Open Society Foundation“ (Stiftung des Milliardärs George Soros) die Gründung eines „Europäischen Roma Institutes“ angekündigt. Man erhofft in Kürze die Unterstützung durch den Europarat verkünden zu können. 

Es gibt zwar bereits vielfältige Ansätze und Initiativen - nicht zuletzt mit Projektgeldern der EU angeschoben - die sich für die Roma einsetzen. Doch es lässt aufhorchen, wenn der Zentralverband der Sinti und Roma in Deutschland und die Open Society Foundation gemeinsam, pünktlich zum 8. April, dem Europäischen Tag der Roma, an den Start gehen. In einem Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau wird die Idee erläutert:


„Jetzt, da so vieles die Völker und Länder Europas auseinander treibt, kann das Europäische Roma Institut die Macht der Kultur nutzen, um Vorurteile zu bekämpfen und diesen die eigene, positive Identität entgegenzustellen. Diese Idee, die von Sinti und Roma selbst stammt, wird seit vier Jahrzehnten weiterentwickelt. Heute steht ein Bündnis aus Künstler Kulturschaffenden und Intellektuellen hinter der Initiative“

Das neue Europäische Institut - sozusagen „von Roma für Roma“ - könnte zu einer nachhaltigen Vernetzung der europäischen Roma-Arbeit beitrag. Daran mangelt es nämlich an allen Ecken und Enden; den Roma wäre ein solcher Erfolg zur Selbstverwaltung ihrer gemeinsamen Interessen zu gönnen.

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