Ehrung für Valentin Inzko

Der diesjährige Karlspreisträger Valentin Inzko (Mitte) mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk (Foto: Hartmut Koschyk)

Der Hohe Beauftragte für Bosnien-Herzegowina, der österreichische UNO-Diplomat Valentin Inzko, wurde gestern, am 23. Mai 2015, beim Sudetendeutschen Tag in Augsburg mit dem  Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft ausgezeichnet. Valentin Inzko ist Kärntner Slowene und vorsitzende des Dachverbandes der Slownen in Kärnten, dem Narodni svet koroških Slovencev (NSKS).

In den Mittelpunkt seiner Dankesrede stellte Inzko seine Bemühungen um Versöhnung und Rechtsstaatlichkeit in Bosnien und Herzegowina: „Was wir mittel- bis langfristig anstreben müssen, ist auch die von allen Seiten zu erfolgende Auseinandersetzung mit der jeweils eigenen Schuld. Mit dem Finger nur auf das Unrecht der anderen zu zeigen, wird weder nachhaltig zu Versöhnung führen, noch wird die Geschichte das eigene Unrecht einfach zum Verschwinden bringen.“ 

 „Ich bin der festen Überzeugung, dass ein friedliches Zusammenleben und die Funktionalität eines Staatswesens ohne rechtliche Grundfesten nicht möglich sind.“

Schließlich wies Inzko auf die großen Herausforderungen hin, mit denen die Bevölkerung von Bosnien und Herzegowina derzeit konfrontiert ist: „Die Menschen wissen, dass sie alle im selben Boot sitzen und mit denselben Problemen zu kämpfen haben. Es sind dies Arbeitslosigkeit, tägliche Korruption oder auch die herrschende Perspektivenlosigkeit für die nächste Generation.“ 

Dieses Resümee zog er unter Hinweis auf die noch immer vorhandene nationalistische Politik bzw. Rhetorik einiger Politiker.
Inzko forderte für den europäischen Südosten schließlich auch mehr Aufmerksamkeit der Internationalen Gemeinschaft ein. Gleichzeitig sprach er seine Anerkennung für die gegenwärtige EU–Strategie aus und dankte dem deutschen Bundesaußenminister Steinmeier für die von ihm lancierte Bosnien-Initiative.

Der Europäische Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft wird seit 1958 jährlich vergeben. Im Unterschied zum Internationalen Karlspreis zu Aachen ist er nach dem böhmischen König und römisch-deutschen Kaiser Karl IV. benannt.

Er soll verliehen werden „an Persönlichkeiten und Einrichtungen der Politik, des Geisteslebens oder der Wirtschaft […] die sich besondere Verdienste um die Verständigung und Zusammenarbeit der Völker und Länder Mitteleuropas erworben haben. (Siehe hier die Liste Preisträger)

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