Gemeinderatswahlen in Südtirol


Der politische Gegner hätte sich sicher einen größeren Einbruch der Südtiroler Volkspartei (SVP) bei den gestern – am 10. Mai 2015 - durchgeführten Gemeinderatswahlen gewünscht.  Die SVP bleibt jedoch mit Abstand die größte Partei und stellt 93 von 109 möglichen Bürgermeistern. Doch – wie der Obmann (Vorsitzende) der SVP, Philipp Achheimer, erklärt, ist man mit dem Wahlergebnis nicht zufrieden. Die SVP hat einige Prozentpunkte verloren und insgesamt sieben Bürgermeisterposten abgeben müssen und nur einen dazugewinnen können.

Eine Ohrfeige von den Wählern war im Vorfeld bereits vorherzusehen gewesen. Die Kritik an der Sammelbewegung, die seit Jahrzehnten die politische Landschaft in Südtirol dominiert, wollte in den vergangenen Monaten nicht abreißen. Zum einen stand die gesamte Politiker-Kaste Südtirols wegen ihrer finanziellen Vergütungen, die auch im europäischen Vergleich als sehr großzügig gelten dürfen, am Pranger. Einige Wutbürger mobilisierten sogar lautstarke Bürgerproteste. Darüber hinaus stieß die Schließung bzw. Zusammenlegung von Krankenhäusern (übrigens ein Politikphänomen das in ganz Europa in den Regionen nicht unbekannt sein dürfte) auf heftige Protesten der Bürger und Parteiaustritte waren die Folge. 

Darüber hinaus streiten sich die Parteien in Südtirol nicht zuletzt über die territoriale Zukunft Südtirols. Zwischen weiterer Autonomiezugeständnisse hin zur einseitigen Unabhängigkeitserklärung von Italien reichen die Vorstellungen.  



Die Freiheitlichen in Südtirol, die stärkste Fraktion im Landtag nach der SVP, musste in einigen Gemeinden klare Verluste hinnehmen und erzielte insgesamt ein durchwachsenes Ergebnis. Die Südtiroler-Freiheit konnte zwar keine Bürgermeistersitze erzielen – legte jedoch zu und ist neben den Bürgerlisten der Gewinner der Wahl.  

Eine detaillierte Wahlübersicht der kleineren Partei findet sich hier.  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen