Direkte Demokratie bei den Sorben in der Niederlausitz



Die Niedersorben haben ihr Kontaktgremium am Brandenburgischen Landtag - den Sorbenrat - neu gewählt. Mit großem Erfolg, wie die Vertreter der Dachorganisation der Sorben, Domowina, erklären.

Die Sorben in der Lausitz leben in Brandenburg (Niedersorben, die sich auch teilweise Wenden nennen) und in Sachsen (Obersorgen). 

Sorbisch ist eine westslawische Sprache, und es werden zwei Schriftsprachen unterschieden: Das Obersorbische und das Niedersorbische. Die Niedersorben leben hauptsächlich in und um Cottbus/Chóśebuz, bei Vetschau/Wětošow, Lübbenau/Lubnjow und Spremberg/Grodk im Land Brandenburg. (Mehr)

Das Ergebnis der Wahl zum Sorbenrat in Brandenburg war mit Spannung erwartet worden, da die fünf sorbischenVertreter erstmals durch Briefwahlen der Mitglieder direkt wählbar waren (Eintragung in eine Wählerliste war notwendig). Die politischen Parteien entsenden ebenfalls aus den Fraktionen Vertreter in das Beratungsgremium. 

Die Briefwahl scheint eine gut Idee gewesen zu sein.  Beteiligt haben sich rund 1.200 Sorben. Das sei ein sehr guter Wert, wenn man bedenke, dass bei den letzten Wahlen jeweils nur rund 200 Menschen gewählt haben. 

Die Sorben in der Niederlausitz werden auf 20.000 Menschen geschätzt. 

Es hatte im Vorfeld einige Kontroversen gegeben. Die selbsternannte Partei der Sorben und Wenden, die Lausitz Allianz, hatte dem Sorbenrat die Bedeutung als Interessensvertreter abgesprochen und keinen eigenen Kandidaten zur Wahl gestellt. Die Allianz hat größere Pläne: Sie will ein eigenes Sorben-Parlament.  

Zwei Artikel zur Vertiefung: Zur Wahl hier und zur Lausitz Allianz hier

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