Helle Thorning-Schmidt in Apenrade: Streicheleinheiten für die deutsche Minderheit im Wahlkampf


Von links nach recht: Leiter des Kopenhagener Sekretariats Jan Diedrichsen, BDN-Stelllvertretende Hauptvorsitzende Ruth Candussi, Helle Thoning-Schmidt, BDN-Hauptvorsitzender Hinrich Jürgensen, Uwe Jessen

Eine entspannte Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt war mit verbalen Streicheleinheiten für die deutsche Minderheit im Haus Nordschleswig m 8. Juni 2015 zu Besuch. Wie vor vier Jahren, machte die sozialdemokratische Regierungschefin im dicht gedrängten Wahlkampfprogramm Platz für einen Besuch bei der deutschen Minderheit

Der Nordschleswiger schreibt;


Die Position der deutschen Minderheit in Nordschleswig ist einzigartig in Dänemark. „Wir haben keine anderen Minderheiten und es kommen keine anderen Minderheiten hinzu. Es gibt nur eine Minderheit“, sagte Staatsministerin Helle Thorning-Schmidt, als sie gestern im Zuge ihres Wahlkampfs einen 45-minütigen Stopp bei der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig einlegte. 
Die Äußerung fiel in Verbindung mit Gesprächen mit Minderheitenvertretern im Haus Nordschleswig bei dem es u. a.  um die Frage der  zweisprachigen Ortsschilder  ging. Es gebe nur eine Minderheit, „und daher sei es ungefährlich zweisprachige Ortsschilder zuzulassen“. Es würden keine weiteren hinzukommen. 
Die Staatsministerin hatte interessiert zugehört, als BDN-Vorsitzender Hinrich Jürgensen über die Ortsschilderdebatte berichtete. „Wir verstehen die Gefühle, der Leute,  die noch eine Verbindung zum Krieg haben“, so Jürgensen, „aber was ist mit den Gefühlen der Minderheit?“ Hinrich Jürgensen machte darauf aufmerksam, dass die deutsche Minderheit in  die Klemme geraten sei, weil viele Politiker in Nordschleswig nicht wissen, dass Dänemark die europäische Sprachencharta unterzeichnet hat. Diese räumt der deutschen Minderheit gewisse Rechte ein. „Aber was der Staat unterzeichnet hat, verpflichtet nicht die Kommunen“, so Jürgensen. Er hob hervor, dass der Wunsch der  deutschen Minderheit nach zweisprachigen Ortsschildern in den vier größten Städten des Landesteils von einer breiten Mehrheit getragen werden müsse. 
Helle Thorning-Schmidt meinte dazu, dass die Zeit für die deutsche Minderheit arbeite. „Deshalb müsst ihr auch die Frage weiterhin diskutieren, um das Verständnis der Bevölkerung zu erreichen. Dazu ist unsere Demokratie da“, so Thorning, die außerdem versprach,  sich nach der Wahl der Sprachencharta anzunehmen, falls es von Seiten Dänemarks noch Mangel gebe.

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