Roma-Siedlung in Bulgarien angegriffen - Ministerpräsident mahnt zur Ruhe

Romaghetto Stolipinovo in Bulgarien


Bulgarien ist das ärmste Land der Europäischen Union. Ungefähr 10% der Bevölkerung gehören der türkischen Minderheit und rund 10% den Roma an. 

Der Lebensstandard in vielen Teilen des Landes ist miserabel und es fehlt an Zukunftsperspektiven. Die Lebensbedingungen der Minderheiten in Bulgarien sind dabei teilweise katastrophal. Vor allem die Roma haben unter Diskriminierung zu leiden und leben unter menschenunwürdigen Bedingungen. 

Im Herbst finden in Bulgarien die Kommunalwahlen statt. Die Roma werden erfahrungsgemäß vor den Wahlen gerne als gesellschaftliche Sündenböcke genutzt und zur Polarisierung des Wahlkampfes herbeigezogen. 

Die derzeit in Bulgarien zu beobachtenden Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen sind jedoch so bedrohlich, dass sie den Premierminister des Landes veranlasst haben, sich direkt an die Bürger zu wenden und diese dazu aufzufordern Ruhe zu bewahren:

Am 10 Juni 2015 hatte eine Gruppe von rund 50 Männern, eine Roma-Siedlung nahe dem südwestbulgarischen Dorfes Garmen angegriffen. Es nahmen nach Medienberichten auch rechtsradikale Hooligans an den seit Wochen andauernden Kundgebungen gegen die Kriminalität unter den Roma.  Seit vergangenem Wochenende protestieren Bulgaren gegen das "asoziale Verhalten" der Einwohner eines der Roma-Viertel in der Hauptstadt Bukarest.

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