Wie viele sind wir eigentlich? Rätoromanen lassen sich registrieren

Quelle: Wikipedia

Wie viele seid ihr eigentlich? Das ist eine Frage, die jeder Angehöriger einer europäischen Minderheit kennt.  Die Rätoromanen in der Schweiz wollen es genau wissen und sind  von ihrem Dachverband aufgefordert worden, sich zählen zu lassen. 

In meiner Heimat, dem deutsch-dänischen Grenzland, käme es einem Tabubruch gleich, diese Frage zu stellen. "Das Bekenntnis zur Minderheit ist frei und darf per Amtswegen nicht überprüft werden", heißt es sinngemäß in den Bonn-Kopenhagener Erklärungen aus dem Jahr 1955. In Südtirol dahingegen gibt es ein fein austariertes Proporzsystem - den sog. "ethnischen Proporz" der in Südtirol bei der Vergabe von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst, bei der Verteilung von öffentlichen Sozialleistungen und von Budgetmitteln der regionalen Landesverwaltung zur Anwendung kommt

In vielen Ländern gibt es Volkszählungen, die die numerische Größe der Minderheiten festlegen. Doch diese sind mit Vorsicht zu genießen, da die Zahlen oftmals missweisend sein können. Sud verschiedenen Gründen entscheiden sich Minderheiten a dagegen ihre Identität zu enthüllen (z.B. die Roma aus Angst vor Diskriminierung) - und manchmal ist die Frage auch gar nicht so einfach zu beantworten. 

Die Schweizer jedoch sind gründlich und die Räteromanen natürlich auch. Der Dachverband der Räteromanen - Lia Rumantscha - möchte wissen, wie viele Räteromanen es eigentlich gibt - die Zahlen variieren von 30.000 - 100.000.  Da es seit 2000 keine Volkszählungen mehr durchgeführt werden, fehlt es an zuverlässigem Datenmaterial. 

Alle Räteromanen können sich direkt vor Ort oder auch Online registrieren lassen: www.liarumantscha.ch.



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