Intergruppe setzt sich erfolgreich ein: Europäische Parlament und die Grundrechte


Die parlamentarische Arbeit ist oft das Bohren dicker Bretter. Das wissen nicht zuletzt die (wenigen) Abgeordneten des Europäischen Parlaments, die sich in dieser Legislaturperiode nachhaltig für die autochthonen Minderheiten in Europa einsetzen. Diese aktiven minderheitenfreundlichen MEPs sind in der „Intergroup for traditionel national minorities“ versammelt. 
Hintergrund: Die Intergruppe für Minderheiten im Europäischen Parlament 

Die Intergruppe für Minderheiten droht im Europäischen Parlament zu scheitern
Eine interparlamentarische Arbeitsgruppe, die in dieser Wahlperiode eher durch ihre zurückhaltende Rolle, ohne eigene politische Statements und Initiativen, auffällt. 


Jordi Sebastià (EFA)

Kinga Gál (EPP) 

Nils Torvalds (ALDE)


Hinter den Kulissen haben die Abgeordneten - unter der Leitung des Vorsitzenden-Triumvirates aus Nils Torvalds (ALDE), Kinga Gál (EPP) and Jordi Sebastià (EFA) den anstehenden Bericht über die Grundrechte in der Europäischen Union, den sog. Ferrero-Report („Report on the situation of fundamental rights in the European Union“) bearbeitet, damit die besonderen Belange der autochthonen Minderheiten und der Regional- und Minderheitensprachen mit erwähnt werden. 

Die Parlamentarischen Berichte kommen und gehen, es sind in den letzten Jahren nicht wenige Berichte gewesen, die sich direkt oder in Teilbereichen mit den Minderheiten und den Sprachen beschäftigt haben - doch passiert ist nichts. Es fehlt der politische und zivilgesellschaftliche Druck und die Aufmerksamkeit (oft ist es gar kein böser Wille, sondern einfach fehlende Sichtbarkeit), um die Minderheiten zu ihrem parlamentarischen Einfluss und Recht zu verhelfen. 

Dennoch - parlamentarische Arbeit ist Kärrnerarbeit und daher ist es erfreulich, dass es der Intergruppe anscheinend gelungen ist, den sog. Ferrero-Report on the situation of fundamental rights in the European Union um drei Minderheitenpunkte zu erweitern - wenngleich es sich dabei um oft gehörte „Allgemeinplätze“ handelt:


49. Calls for greater consistency on the part of the European Union in the field of minority protection; strongly believes that all Member States, as well as candidate countries, should be bound by the same principles and criteria in order to avoid the application of double standards; calls, therefore, for the establishment of an effective mechanism to monitor and ensure respect for the fundamental rights of minorities of all kinds both in candidate countries and in EU Member States; 
50. Emphasises that the European Union must be an area where respect for ethnic, cultural and linguistic diversity prevails; invites the EU institutions to elaborate a comprehensive EU protection system for national, ethnic and linguistic minorities in order to ensure their equal treatment, taking into account the relevant international legal standards and existing good practices, and calls on the Members States to ensure effective equality of these minorities, particularly on issues of language, education and culture; encourages the Member States that have not yet done so to ratify and effectively implement the Framework Convention for the Protection of National Minorities; recalls also the need to implement the principles developed in the framework of the OSCE; 
51. Condemns all forms of discrimination on grounds of language use and calls on those Member States that have not yet done so to ratify and effectively implement the European Charter for Regional or Minority Languages; urges the Member States and the Commission to take all necessary action to tackle any disproportionate administrative or legislative obstacles that could hinder linguistic diversity at European or national level;

Hier ist der ganze Bericht im Wortlaut, der sich noch im LIBE-Ausschuss befindet. 

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